Der Kollateralschaden wird Realität: Nationales HIV- und Hepatitis-Programm wird aufgeschoben
Wie nach unserem Redaktionsschluss bekannt wurde, hat der Bundesrat entschieden, das nationale Programm zur Bekämpfung von HIV und sexuell übertragbaren Infektionen um zwei Jahre zu verlängern. Damit verzögert sich das Inkrafttreten eines Folgeprogramms. Die Erreichung der Eliminationsziele per 2030 für HIV und virale Hepatitis ist damit gefährdet.
Mit diesem kurzsichtigen Bundesratsentscheid wird die Schweiz weitere zwei Jahre mit einem völlig veralteten Programm als Basis für die Prävention bedeutsamer Infektionskrankheiten weiterarbeiten müssen. Die Schweiz droht den internationalen Anschluss in der Bekämpfung von HIV und Hepatitis zu verlieren. Das kann teuer werden. Denn Erfolge der Vergangenheit werden zunichte gemacht, wenn neue Präventions- und Therapieansätze nicht strategisch und durchdacht genutzt werden. Wir fordern deshalb, dass der Bund in den nächsten zwei Jahren und bis zum Inkrafttreten eines neuen Programms auch Bekämpfungsmassnahmen von HIV und Hepatitis im Sinne der EKSI-Roadmap und der parlamentarischen Motion Ständerat Damian Müller unterstützt.
David Haerry & Bettina Maeschli / August 2021
Weitere Themen
EACS Warschau – was ist neu in den europäischen Therapierichtlinien?
Jedes Jahr im Herbst ist es wieder soweit: Die europäische Fachgesellschaft EACS aktualisiert ihre europäischen Therapierichtlinien. Besonders beliebt sind diese Empfehlungen, weil sie sehr praxis- und damit patientenorientiert sind. Fünf Patientenvertreter der European AIDS Treatment Group EATG stellen sicher, dass
Chemsex-Pionier David Stuart verstorben
David Stuart aus London ist am 12. Januar unerwartet verstorben, offenbar an einem Herzversagen. David war ein nimmermüder Aktivist und Pionier, der sich unermüdlich für die Unterstützung schwuler Männer bei Drogengebrauch einsetzte. Seit acht Jahren war er für das auf sexuelle Gesundheit spezialisierte Ambulatorium «56 Dean Street» im Londoner Soho beschäftigt. Während dieser Zeit arbeitete David Stuart als Betreuer und Therapeut für Tausende schwuler Männer, die mit Chemsex und Abhängigkeit kämpften. Er entwickelte die weltweit ersten Unterstützungsdienste für Chemsex und war unermüdlich unterwegs, um andere bei der Entwicklung von neuen
«Sauhund» – ein Debutroman der Extraklasse
«München. 1983, Flori kommt vom Land und sucht das pralle Leben, Glitter und Gloria, einen Mann, der ihn mindestens ewig liebt. Flori ist ein unverbesserlicher Glückssucher und Taugenichts, ein Sauhund und Optimist.» Lion Christ setzt ihm und all den vergessenen