Der Kollateralschaden wird Realität: Nationales HIV- und Hepatitis-Programm wird aufgeschoben

Wie nach unserem Redaktionsschluss bekannt wurde, hat der Bundesrat entschieden, das nationale Programm zur Bekämpfung von HIV und sexuell übertragbaren Infektionen um zwei Jahre zu verlängern. Damit verzögert sich das Inkrafttreten eines Folgeprogramms. Die Erreichung der Eliminationsziele per 2030 für HIV und virale Hepatitis ist damit gefährdet.

Mit diesem kurzsichtigen Bundesratsentscheid wird die Schweiz weitere zwei Jahre mit einem völlig veralteten Programm als Basis für die Prävention bedeutsamer Infektionskrankheiten weiterarbeiten müssen. Die Schweiz droht den internationalen Anschluss in der Bekämpfung von HIV und Hepatitis zu verlieren. Das kann teuer werden. Denn Erfolge der Vergangenheit werden zunichte gemacht, wenn neue Präventions- und Therapieansätze nicht strategisch und durchdacht genutzt werden. Wir fordern deshalb, dass der Bund in den nächsten zwei Jahren und bis zum Inkrafttreten eines neuen Programms auch Bekämpfungsmassnahmen von HIV und Hepatitis im Sinne der EKSI-Roadmap und der parlamentarischen Motion Ständerat Damian Müller unterstützt.

David Haerry & Bettina Maeschli / August 2021

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