Therapierichtlinien der europäischen Fachgesellschaft EACS aktualisiert
Alle Jahre wieder – die EACS hat ihre Therapierichtlinien pünktlich zur Konferenz in Glasgow auf den neusten Stand gebracht. Die PDF und die gedruckte Version wurden eingestellt. Die Online-Version und die Smartphone Applikation werden weitergeführt.
Zu den wichtigsten Änderungen gehören die neuen Empfehlungen für die PrEP-Dosierung. Sie sehen insbesondere für alle vor, mit einer doppelten Dosis für einen schnellen Schutz zu beginnen, und möglicherweise auf eine ereignisbasierte 2:7-Dosierung umzustellen bei Personen, die derzeit nicht in der Lage sind, eine 2:1:1-Dosierung zu verwenden. Long-acting Cabotegravir wird als Alternative zur üblichen Behandlung mit Truvada empfohlen (Bemerkung: das dürfte eine Kostenfrage sein. Diese Form der PrEP wird noch nirgends in Europa vergütet).
Ein neuer Abschnitt über Chemsex soll das Bewusstsein in allen Ländern schärfen und hoffentlich auch die Finanzierung neuer Dienste unterstützen. In einigen Ländern sind Ärzte erst nach Covid-19 auf Chemsex aufmerksam geworden.
Die Abschnitte über den Umgang mit Tuberkulose, Mpox und Covid-19 wurden ebenso aktualisiert wie alle Wechselwirkungen zwischen Medikamenten.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Änderungen in englischer Sprache ist online.
David Haerry / November 2024
Weitere Themen
Europäische Umfrage zu Menopause und Gesundheit bei Frauen mit HIV: Die MenoHealth-Studie
Dank wirksamer HIV-Behandlungen leben die meisten Frauen mit HIV in Europa heute länger und gesünder. Das bedeutet, dass mehr Frauen mit HIV das Alter erreichen, in dem sie in die Wechseljahre kommen. Die Menopause ist eine natürliche Lebensphase, die eintritt,
Antikörper gegen HIV: Hoffnung aus dem Labor
Alexandra Trkola ist Virologin und Professorin und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Zürich. Sie forscht zu breit wirksamen Antikörpern, die das Eindringen von HIV in die Zellen verhindern. Mit ihrer Forschung könnte sie dereinst zur Entwicklung
SPACE: Raum für bessere HIV-Prävention
Wer bekommt heute Zugang zu PrEP – und wer nicht? Diese Frage steht im Zentrum eines neuen nationalen Forschungsprojekts in der Schweiz. Das Projekt trägt den Namen «SPACE – Swiss PrEP Access & Community Engagement» und ist ein vierjähriges Forschungsprojekt