SPACE: Raum für bessere HIV-Prävention

Wer bekommt heute Zugang zu PrEP – und wer nicht? Diese Frage steht im Zentrum eines neuen nationalen Forschungsprojekts in der Schweiz. Das Projekt trägt den Namen «SPACE – Swiss PrEP Access & Community Engagement» und ist ein vierjähriges Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds SNF. Jetzt ist es offiziell gestartet.

PrEP ist eine HIV-Prävention, bei der Menschen ohne HIV Medikamente einnehmen, um sich vor einer Infektion zu schützen. Die Methode gilt heute als sehr wirksam. Trotzdem profitieren längst nicht alle Menschen gleich davon. Viele wissen nicht, dass es PrEP gibt. Andere wissen es zwar, finden aber keinen Zugang – wegen Kosten, fehlender Informationen, sprachlicher Barrieren oder Angst vor Stigmatisierung.

Genau hier setzt SPACE an. Das Projekt möchte verstehen, warum bestimmte Gruppen in der Schweiz noch immer schlechter erreicht werden. Warum bekommen manche Menschen weiterhin das HIV, obwohl eine wirkungsvolle Prävention möglich wäre? Welche Rolle spielen das Gesundheitssystem, gesellschaftliche Vorurteile oder rechtliche Hürden? Und wie kann Prävention gerechter werden?

Das Besondere an SPACE ist der Ansatz: Es geht nicht nur um Forschung über Menschen, sondern gemeinsam mit ihnen. Dafür wurde ein Community Advisory Board aufgebaut – eine Gruppe von Menschen aus verschiedenen Communities, die das Projekt aktiv begleiten wird. Sie sollen nicht einfach symbolisch dabei sein, sondern bei Entscheidungen, Diskussionen und der Entwicklung des Projekts mitwirken.

Denn die Menschen, um die es geht, wissen oft selbst am besten, wo die Probleme liegen. Manche erleben Diskriminierung im Gesundheitssystem. Andere fühlen sich von klassischen Präventionskampagnen nicht angesprochen. Wieder andere haben Angst, offen über Sexualität oder HIV-Prävention zu sprechen. SPACE möchte diese Erfahrungen ernst nehmen und daraus lernen.

Am Projekt beteiligt sind verschiedene Institutionen aus der ganzen Schweiz, darunter das Universitätsspital Basel, das Inselspital Bern, die Universität Neuchâtel sowie weitere Forschungs- und Community-Organisationen. Gemeinsam wollen sie herausfinden, wie PrEP in Zukunft zugänglicher und verständlicher werden kann – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung oder sozialem Hintergrund.

Der Name SPACE passt deshalb gut: Es geht darum, Raum zu schaffen, für Gespräche, für Beteiligung und für eine Prävention, die wirklich alle Menschen erreicht.

Alex Schneider / Mai 2026

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