SHCS: Dolutegravir in Kombination mit Emtricitabin im Vergleich zu einer ART-Kombinationstherapie

Ist eine Kombination mit den Substanzen Dolutegravir und Emtricitabin gleich sicher und wirksam im Vergleich zu einer üblichen Dreifachtherapie?

In den letzten Jahren hat sich die Zweifachtherapie als mögliche Alternative zur klassischen antiretroviralen Dreifachtherapie für die Behandlung von HIV-Infektionen etabliert. Sie wird unter anderen auch von der Europäischen AIDS-Gesellschaft EACS empfohlen. Sie wird bei geeigneten Patienten als Erstbehandlung oder auch als Erhaltungstherapie eingesetzt. Die Zweifachtherapie kann die Nebenwirkungen und die Kosten verringern und die Verträglichkeit, Therapietreue und Lebensqualität verbessern.

Die Kombinationstherapie mit Dolutegravir und Lamivudin oder Emtricitabin hat in mehreren klinischen Studien eine Wirksamkeit gezeigt, die mit der von Dreifachtherapien vergleichbar ist. Die erreichten CD4-Werte und die Sicherheit sind während der Beobachtungszeit von 48 Wochen vergleichbar.

Die SIMPL’HIV-Studie wurde vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert. Insgesamt wurden 188 Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: 93 Personen erhielten die Kombination Dolutegravir + Emtricitabin und 94 setzten ihre normale Standard-Dreifachtherapie fort. In der Studie wurde der Anteil der Teilnehmer mit einer nicht nachweisbaren Viruslast über einen Zeitraum von 144 Wochen verglichen. Die Forscher untersuchten auch Nebenwirkungen, Veränderungen der CD4-Zellzahl, das Lipidprofil, den Blutzucker, die Nieren- und Leberfunktion, das Gewicht, die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Patienten zwischen Studienbeginn und nach drei Jahren.

Die Studie zeigte, dass die Rate an unterdrückter Viruslast, der Anstieg der CD4-Zellzahl, die Anzahl Nebenwirkungen sowie die Lebensqualität und die Patientenzufriedenheit in beiden Studienarmen vergleichbar war.

Die SIMPL’HIV-Studie bestätigt, dass die Kombination Dolutegravir + Emtricitabin eine wirksame und nachhaltige Therapie für die HIV-Infektion ist. Sie bietet bei geeigneten Patienten eine mit Dreifachtherapien vergleichbare Wirksamkeit über einen Zeitraum von drei Jahren. Das Sicherheitsprofil ist gleich gut und die Patientenzufriedenheit hoch. Hinzu kommt ein Preisvorteil. Diese Ergebnisse sprechen für eine breitere Anwendung dieser Therapie aus zwei Substanzen bei der Behandlung von HIV.

David Haerry / August 2025

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