SHCS: Frakturen mit geringem Trauma bei Menschen mit HIV: Langzeitentwicklungen in der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie
Schoepf et al, Clinical Infectious Diseases
Die Knochengesundheit ist für Menschen mit HIV nach wie vor ein sehr wichtiges Thema. Experten weisen darauf hin, dass Menschen mit HIV im Vergleich zu Menschen ohne HIV ein erhöhtes Risiko haben, an Osteoporose zu erkranken und sich selbst bei kleinen Unfällen leicht Knochenbrüche zuzuziehen.
Dieses erhöhte Risiko ist auf Faktoren wie ein geringes Körpergewicht, Vitamin-D-Mangel, eine Hepatitis-C-Erkrankung, Rauchen, Drogenkonsum, chronische Entzündungen sowie Nebenwirkungen bestimmter HIV-Medikamente zurückzuführen, welche die Knochen schädigen können. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig auf die Knochengesundheit zu achten. Gute Möglichkeiten hierfür sind: die regelmässige Überprüfung der Knochenstärke, körperliche Aktivität, eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium sowie die Wahl von HIV-Medikamenten, die für die Knochen sicherer sind.
Die Studie der HIV-Kohorte untersuchte, wie oft Menschen mit HIV zwischen 2009 und 2022 bei kleinen Unfällen Knochenbrüche erlitten. Die Forscher untersuchten über 7.500 Menschen und fanden 235 Fälle solcher Frakturen. Sie berücksichtigten dabei Faktoren wie Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, HIV-spezifische Merkmale und sogar Gene, die die Knochenstärke beeinflussen.
Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Knochenbrüche durch kleine Unfälle im Laufe der Zeit sowohl bei Männern als auch bei Frauen, in allen Altersgruppen und bei Menschen mit unterschiedlichen genetischen Risiken zurückgegangen ist. Dieser Rückgang ist wahrscheinlich auf bessere HIV-Behandlungen, einen gesünderen Lebensstil und andere positive Veränderungen zurückzuführen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Menschen mit HIV in der Schweiz erleiden dank besserer Medikamente und einer gesünderen Lebensweise seltener Knochenbrüche als früher.
David Haerry / März 2026
Weitere Themen
CROI 2026 Denver USA
Das „Annus horribilis 2025“ und Trumps Krieg gegen die Wissenschaft war Peter Staleys Thema an der Eröffnung der Konferenz. Staley ist Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender von PrEP4All. Bekannt ist er für sein klares Mundwerk, für seinen Einsatz bei ACT UP und als Gründer der Treatment Action Group (TAG). Der ehemalige Wall Street Börsenhändler lebt seit 1985 mit HIV.
AFRAVIH 2026 – 13. Internationale frankophone Konferenz in Lausanne
Die 13. Internationale frankophone Konferenz AFRAVIH findet vom 4. bis 7. Mai 2026 in Lausanne statt.
My Story with HIV – Von Schwere, Leichtigkeit und spannenden Begegnungen
Vor gut einem Jahr habe ich meine Geschichte publik gemacht. Ich habe mich für den Mut entschieden und wollte die Angst hinter mir lassen. Die Diagnose bedeutet, viel Schmerz aushalten zu müssen. Sie kann aber auch bedeuten, einen neuen Reichtum an Perspektiven, Menschlichkeit und Ideen zu erleben.