Kohorten-News SHCS: Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Verschreibung von Statinen bei Menschen mit HIV und niedrigem/mittlerem bis hohem Risiko für Herzkreislauferkrankungen
Abela et al, Open Forum Infectious Diseases
Menschen mit HIV haben heute dank moderner Medikamente eine ähnliche Lebenserwartung wie Menschen ohne HIV. Trotzdem haben sie ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Medikamente wie Statine, welche zur Cholesterinsenkung eingesetzt werden, können dieses Risiko deutlich senken, besonders bei Personen mit mittlerem oder hohem Risiko. Fachpersonen empfehlen, Statine je nach individuellem Risiko gezielt einzusetzen.
Eine Studie von Forschenden der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie (SHCS) hat die Daten von über 12’000 Menschen mit HIV ausgewertet, von denen etwa 5’200 in verschiedene Risikogruppen eingeteilt wurden. Dabei wurde untersucht, ob es Unterschiede bei der Verschreibung von Statinen zwischen Männern und Frauen oder zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen gibt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Statine insgesamt selten verschrieben werden, und zwar nur bei 8–30 % der Personen, je nach Risikogruppe. Besonders auffällig war: Frauen mit niedrigem oder mittlerem sowie hohem Risiko erhielten deutlich seltener Statine als Männer. Bei sehr hohem Risiko gab es jedoch keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen konnten nicht festgestellt werden.
Die Studie zeigt, dass Frauen mit HIV im Vergleich zu Männern seltener die notwendige Behandlung zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhalten. Das könnte daran liegen, dass ihr Risiko oft unterschätzt wird oder sie Medikamente weniger häufig akzeptieren. Die Forschenden betonen, dass diese Ungleichheiten dringend angegangen werden müssen, damit alle Menschen mit HIV die bestmögliche Versorgung erhalten.
Eine weitere Studie zu diesem Thema ist geplant. Wir möchten gern verstehen, warum Statine bei Frauen weniger häufig verschrieben werden als bei Männern.
Weitere Themen
Neues Gesetz gegen Homosexuelle in Senegal
Das senegalesische Parlament hat ein neues Gesetz verabschiedet, das die Höchststrafe für sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren auf zehn Jahre verdoppelt und die „Förderung“ von Homosexualität unter Strafe stellt. Die Massnahme wurde von 135 Abgeordneten unterstützt, keiner stimmte dagegen, während drei sich der Stimme enthielten. Als nächster Schritt muss der Präsident das Gesetz unterzeichnen.
CROI 2026 Denver USA
Das „Annus horribilis 2025“ und Trumps Krieg gegen die Wissenschaft war Peter Staleys Thema an der Eröffnung der Konferenz. Staley ist Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender von PrEP4All. Bekannt ist er für sein klares Mundwerk, für seinen Einsatz bei ACT UP und als Gründer der Treatment Action Group (TAG). Der ehemalige Wall Street Börsenhändler lebt seit 1985 mit HIV.
AFRAVIH 2026 – 13. Internationale frankophone Konferenz in Lausanne
Die 13. Internationale frankophone Konferenz AFRAVIH findet vom 4. bis 7. Mai 2026 in Lausanne statt.