Migration – 08. Mai 2013

HIV-Therapie und Migration: Gemeinsam Lösungen entwickeln

Der Positivrat lanciert ein Projekt zur Verbesserung der HIV-Therapie bei Migrantinnen und Migranten.

Der Zugang zur antiretroviralen Therapie zur Behandlung von HIV (ART) ist in der Schweiz seit 1996, dem Beginn der Erhältlichkeit von ART, gewährt. Damit die The-rapie wirkt, müssen die Medikamente jedoch regelmässig eingenommen werden. Das bedingt eine hohe Therapietreue. Oft verhindern psychische Probleme oder das Verständnis, was HIV ist und wie die Therapie wirkt, dass Patientinnen und Patienten aus anderen Kulturkreisen die Medikamente richtig einnehmen.

Das Projekt „Assessment ART-Probleme im Migrationsbereich“ will als ersten Schritt zur Verbesserung der Therapietreue von Patientinnen und Patienten aus Hochprävalenzländern die Probleme analysieren. Weshalb werden Medikamente nicht regelmässig genommen? Warum scheitern Therapieregimes? Gibt es Verständnisschwierigkeiten zwischen Arzt/Ärztin und Patient/Patientin? Wie können diese überwunden werden? Was brauchen Patientinnen und Patienten, um die Medikamente regelmässig einnehmen zu können? Die Daten werden an den Zentren der Schweizerischen HIV-Kohorte (SHCS) in Basel, Bern, Lausanne, Genf, St. Gallen und Zürich erhoben. In Interviews mit medizinischen Fachpersonen, betreuenden Personen der regionalen Aids-Hilfen sowie den Menschen mit HIV aus Hochprävalenzlän-dern, die in Behandlung sind, werden die Probleme bei der medizinischen Betreuung aus der jeweiligen Sicht der Interviewten erhoben. In einem weiteren Schritt suchen an Roundtable-Gesprächen alle Beteiligten gemeinsam nach Lösungen für die festgestellten Probleme. Das Projekt schafft damit die Grundlage, damit die Lösungen in den behandelnden Zentren eingeführt werden können.

Projektbeginn: Oktober 2012 in Basel
Projektende: Herbst 2014