Arbeit & Versicherung – 27. August 2011

Meilenstein im internationalen Arbeitsrecht: HIV und Diskriminierung

 

Im Juni 2010 hat die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) eine Empfehlung zu HIV/Aids in der Arbeitswelt verabschiedet und anlässlich einer Pressekonferenz im Rahmen der Internationalen Aidskonferenz in Wien im Juli 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich um die erste internationale Arbeitsnorm zu HIV/Aids im Arbeitsumfeld.

Mit überwältigendem Mehr wurde im Juni 2010 anlässlich der 99. Internationalen Arbeitskonferenz die Empfehlung betreffend HIV und Aids in der Welt der Arbeit (Recommendation concerning HIV and AIDS and the World of Work) von Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen angenommen. Ziel dieser Empfehlung ist insbesondere die Bekämpfung von Diskriminierungen von Menschen mit HIV im Arbeitsumfeld (z.B. missbräuchliche Kündigung oder Nichtanstellung aufgrund von HIV, Datenschutzverletzungen, etc.). 

Alle 183 ILO-Mitgliedstaaten, wozu seit 1919 auch die Schweiz gehört, haben die Pflicht, die Empfehlung den zuständigen nationalen Behörden - in der Regel dem nationalen Parlament - zur Kenntnisnahme zu unterbreiten. Die Empfehlung ruft die Mitgliedstaaten dazu auf, nationale HIV Arbeitsplatzreglemente und -programme in Zusammenarbeit mit Regierungsorganisationen, Arbeitgeberorganisationen, Gewerkschaften und HIV-Organisationen zu entwickeln und nach Möglichkeit in nationale Gesetze zu integrieren Alle Mitgliederstaaten müssen innerhalb eines Jahres der ILO Bericht darüber erstatten, welche Schritte sie zur Implementierung der Empfehlung unternommen haben.

Die ILO-Empfehlung als PDF .Weitere Informationen der ILO zum Thema HIV finden sich auf http://www.ilo.org.

Caroline Suter, Aids-Hilfe Schweiz

 

POSITIV 5/2010 © Aids-Hilfe Schweiz