Kohorten-News POSITIV – 28. Juli 2016

Medienmitteilung der Kohortenstudie SHCS: Auswirkung eines verzögerten Hepatitis C Therapiebeginns auf Leber-verursachte Komplikationen.

Die Behandlung der Hepatitis C Virus (HCV) Infektion mit den neuen hochwirksamen Anti-HCV Medikamenten ist in vielen Ländern aufgrund des hohen Preises dieser Medikamente erst bei Patienten mit einem fortgeschrittenen Leberschaden erlaubt.

Zahnd und Kollegen haben nun ein Modell entwickelt, um die Auswirkung einer HCV-Behandlung auf Leber-bedingte Erkrankungen und die Sterblichkeit in Abhängigkeit des Stadiums des Leberschadens zum Zeitpunkt des Therapiebeginns zu untersuchen. Die Autoren konnten in ihrem Model zeigen, dass ein verzögerter Therapiebeginn das Risiko an der HCV-Infektion zu sterben oder an schweren Leberkomplikationen zu erkranken um ein vielfaches erhöht und letztendlich keine kosteneinsparende Massnahme darstellt.

Diese Studiendaten unterstützen das Vorgehen, bei allen HCV-infizierten Personen bereits zu einem frühen Zeitpunkt eine HCV-Therapie einzuleiten und nicht abzuwarten, bis die Komplikationen der HCV-Infektion aufgetreten sind. Damit dieses Vorgehen für das Gesundheitssystem erschwinglich ist, müssten allerdings die zurzeit sehr hohen Medikamentenpreise nachhaltig gesenkt werden.

Danièle Perraudin / Juli 2016
Publikation im Journal of Hepatology 2016

http://www.shcs.ch/userfiles/file/news/Zahnd_Modelling_the_impact_of_deferring_HCV_treatment_on_liver-related_complications_2016_J_of_Hepatology.pdf